Hühner zu Besuch

„Ich will unsere Hühner wiederhaben“, Maximilian aus der Unterstufe vermisst unser quirliges Federvieh. Zwei Wochen lang waren fünf Hühner bei uns zu Besuch. Alle Schüler haben sie schnell in ihr Herz geschlossen und sich fürsorglich um sie gekümmert. Sie können es gar nicht fassen, dass sie schon wieder weg sind und fragen immer wieder: „Gehen wir zu unseren Hühnern?“.
Gehege reinigen, Haus ausmisten, für frisches Wasser und Futter sorgen standen täglich auf dem Programm. Neben dem Kraftfutter bekamen unsere Hühner aber auch regelmäßig Extrakost, die von den Schülern liebevoll zubereitet wurde. Auf unserem Weg zum Gehege wurden wir morgens schon von einem zarten Gackern begrüßt. Was für eine Freude zu erleben, wie die Hühner den Schülern erwartungsvoll entgegenkamen und aus der Hand fraßen. Ängstliche und zurückhaltende Schüler gewannen zunehmend an Sicherheit und trauten sich nach einigen Tagen in das Gehege. Unruhige und impulsive Kinder konnten auf einmal fünf Minuten still sitzen und warten, bis das Huhn aufgefressen hatte. Am schönsten aber war es, das zarte Gefieder anzufassen und eines der Hühner zu streicheln. Und besonders spannend war der Blick in das Legenest. Hatte ein Huhn wieder ein Ei gelegt?
Neben der täglichen Versorgung mussten unsere Hühner jeden Abend in ihrem Hühnerhaus eingesperrt werden. Die natürlichen Feinde Marder, Fuchs und Waschbär jagen nach Sonnenuntergang und sollten keine Chance haben, Beute zu machen. Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernahm Herr Johann. Der ehemalige Sonderschulrektor war unser Hühnerexperte und verschloss jeden Abend das Hühnerhaus und ermöglichte so die Durchführung unseres Projektes. Für unsere Schüler ist er der „Hühneropa“. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Johann für seine Zuverlässigkeit, sein Herz für unsere Schüler und natürlich auch für die Hühner.
So ein Projekt kostet natürlich auch Geld. Wir danken dem Förderverein für die unkomplizierte Vorlage und dem Netzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung in Rheinland - Pfalz für die Übernahme der Kosten.
Text. U. Wa-Neu, Fotos: U. Wa-Neu